Ich habe mich geirrt – Apple liegt am Boden

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about 3 minutes.

Warum Steve Jobs Lebenswerk leider nicht eine Firma ist, die auch ohne ihn innovativ sein kann.

Jony Ive alleine konnte es nicht richten. Tim Cook sowieso nicht. Die alten Recken, von denen auch nicht mehr viele auf der Bühne stehen, wirken wie unterbelichtete Versionen ihrer jüngeren Selbsts.

Fünf Jahre nach dem Tod von Steve Jobs liegt Apple am Boden. Nicht, dass die Firma nicht immer noch zu den größten der Welt gehört. Nicht, dass das Barvermögen unglaubliche 200 Mrd. Dollar überschritten hat. Und natürlich kennt jeder auf der Welt Apple, wie Coca-Cola und Mercedes-Benz.

Apple liegt siechend am Boden, weil die einst innovativste Firma der Welt keine Innovation mehr hervorbringt. Sie melken das iPhone Jahr für Jahr auf die gleiche Weise und selbst jetzt, wo schon die Aktie unter Druck ist, passiert nichts. Außer Gerüchten, die dann aber mehr als nicht erfüllt werden. Nix los in Cupertino.

Das große, neue Hauptquartier wird zu einem Relikt aus alten Tagen werden, ein Museum für die Genialität eines Einzelnen. Und es wird leider nicht das Mutterschiff von Steve Jobs größtem Projekt – einem innovativen Unternehmen, das ohne ihn innovativ bleibt.

Ich habe zwei Bücher über diese Theorie geschrieben, war mir sicherer als sicher, dass Steve Jobs auch das gelungen sei, ein Prinzip zu finden, wie ein Unternehmen ohne den charismatischen Führer über Jahrzehnte erfolgreich bleibt. Nicht mal Jahre hat es gehalten. Ehrlich gesagt ging mit Steve Jobs alles was die Firma ausmachte, und auch der geniale Jony Ive konnte das nicht kompensieren.

Denn Apple hat als Unternehmen keine Prinzipien über Steve Jobs hinaus bewahren oder bilden können, geniale Organisationsmethoden, die wie Alchemisten alle technischen Problemen zu *Apple-Lösungen* machen. Ich dachte, Apple könnte Küchen bauen, Bildungskonzepte ersinnen und Autos kreieren, die ihres gleichen suchen.

Aber Apple kann nicht einmal eine Uhr bauen.

Ehrlich gesagt ist die Idee so eine Uhr zu bauen schon in sich unsinnig. Aber selbst wenn jemand so eine Uhr haben will und ein Unternehmen sie baut, dann gibt es eine Sache, die es mit Steve Jobs niemals gegeben hätte – die Notwendigkeit ein iPhone mit sich herum zu tragen, um die Uhr zu nutzen. Absoluter Quatsch.

Das ist wie Apple vor 1997.

Ich dachte Apple wäre eine Ideen- und Produktschmiede, die uns in der digitalen Zeit begleitet und intelligentere Antworten findet als der Rest.

Ich hätte nie gedacht diesen Satz vollkommen ernst zu meinen:
Warum ist Apple nicht ein wenig wie Microsoft?

Am Tag der letzten Keynote – einer Show über einen Laptop, der anstatt Funktionstasten eine Leiste mit Emoticons bekommen hat – an diesem Tag sah ich einen Film über den neuen Computer von Microsoft. Ein „Studio“ genannter Rechner, der alles ist – ein einziges Gerät für alle Aufgaben. Wie schon das „Surface“ eigentlich ein Gerät war, das Apple hätte bauen *müssen*. Microsoft hat viel mehr von der Strategie eines Steve Jobs verstanden als Apple. Denn sie sagen, sie müssen mehr so werden wie Apple und haben von außen verstanden, was es ausmacht.

Dass ich kein einziges Produkt von Apple, das ich besitze, ersetzen will liegt daran, dass keines wirklich überzeugend besser ist. Manchmal denke ich, man sollte noch schnell ein paar MacBook Airs kaufen, damit man später sagen kann – ich habe noch ein richtiges Subnotebook.

Alle Thesen, die ich hatte: Schall und Rauch. Es war mehr eine Beschreibung einer Person und seiner Kreativität, als ein Buch über das Prinzip Apple. Leider.

Auf der anderen Seite – Microsoft hat seine Lektionen gelernt und schickt sich gerade an das nächste Apple zu werden.

Was mir dann immerhin die Möglichkeit zu einer zweite Auflage meines Buches gibt:

„Was würde Apple tun, ist, was Microsoft tut!“

Eine weitere Erkenntnis ist: Vielleicht geht ganz besondere Innovation nur mit einem Inhaber, jemandem, der sich schlussendlich verantwortlich fühlt für alles was produziert, erfunden und verkauft wird. Jemand, der den Fussboden im Laden genauso wichtig findet wie das Innere eines Computers. Jemand, der sich berufen fühlt, genau das zu tun was er tut.

Einer wie Steve Jobs. Oder Larry Page. Oder Larry Ellison. Oder Hasso Plattner. Oder Erich Sixt. Oder Elon Musk.

Vielleicht sollte der Aufsichtsrat von Apple Tesla & Co. kaufen, damit sie wieder einen Inhaber an der Spitze haben. Einen der brennt.

 

2 comments on ‘Ich habe mich geirrt – Apple liegt am Boden’

  1. andrej sagt:

    Alter Macfan Dirk, ich bedaure das dein Trendhelfer dich Enttäuscht. Und freu mich ueber deinen klugen Verstand.

    Ja das ist alles richtig. Nur der Tesla genauso ein Blender. Der erhaelt das 220 Teilesystem und verbessert den Porsche auf 360 Teile und jede Menge grauer Energie. Ein Auto braucht 20 gleiche Teile. Und als ich die Appel Grabesurnen bei Bultmann erblickte und aufschraubte und keine Erweiterungskarte einbauen konnte ohne eine Erweiterungsbox, weil man ja in Werbeagenturen kein Glasfaser nutzen will und nicht mal 2000 er Lan, da wusste ich es ist nur noch Design. Wenn man dann die Vergleichsenergiewerte der Hardware und Software zu Microsoft vergleicht, dann ist man bescheuert. Und wenn man das Bedienkonzept und die Entwicklungsgeschwindigkeit und Entmuellung des Windows besichtigt, das demnaechst auch IOS und Androidapps integriert, dann weis man wer noch Nutzerorientierung hat. Dieses Ifonedingsgeleminge hab ich nie verstanden. Was kauft man Sich zu 1/3 einen Verkaufskiosk mit? Ich nutze gebrauchte Lumia Smartfons mit Induktionsladung und 128 gb Ram und LTE. Das macht 80 € und keiner klauts. Faellt es aufs Glas nach Butterbrotformel, tut’s nach Wechsel in 3h alles wieder auf ein neues. Der Akku ist zum wechseln.
    Und ich bin Windowsadmin und kein Fan in 30 Jahren geworden. Langsam aber nun doch. Und 30 Grafikerfans von Apple machen ein wenig viel mentales Aua ueber die Unkenntnis zu ihrer Hardware.
    Diese Designbude lasert nur Kanten um und biegt Blech. Thunderbolde.

  2. andrej sagt:

    Alter Macfan Dirk, ich bedaure das dein Trendhelfer dich Enttäuscht. Und freu mich ueber deinen klugen Verstand.

    Ja das ist alles richtig. Nur der Tesla genauso ein Blender. Der erhaelt das 220 Teilesystem und verbessert den Porsche auf 360 Teile und jede Menge grauer Energie. Ein Auto braucht 20 gleiche Teile. Und als ich die Appel Grabesurnen bei Bultmann erblickte und aufschraubte und keine Erweiterungskarte einbauen konnte ohne eine Erweiterungsbox, weil man ja in Werbeagenturen kein Glasfaser nutzen will und nicht mal 2000 er Lan, da wusste ich es ist nur noch Design. Wenn man dann die Vergleichsenergiewerte der Hardware und Software zu Microsoft vergleicht, dann ist man bescheuert. Und wenn man das Bedienkonzept und die Entwicklungsgeschwindigkeit und Entmuellung des Windows besichtigt, das demnaechst auch IOS und Androidapps integriert, dann weis man wer noch Nutzerorientierung hat. Dieses Ifonedingsgeleminge hab ich nie verstanden. Was kauft man Sich zu 1/3 einen Verkaufskiosk mit? Ich nutze gebrauchte Lumia Smartfons mit Induktionsladung und 128 gb Ram und LTE. Das macht 80 € und keiner klauts. Faellt es aufs Glas nach Butterbrotformel, tut’s nach Wechsel in 3h alles wieder auf ein neues. Der Akku ist zum wechseln.
    Und ich bin Windowsadmin und kein Fan in 30 Jahren geworden. Langsam aber nun doch. Und 30 Grafikerfans von Apple machen ein wenig viel mentales Aua ueber die Unkenntnis zu ihrer Hardware.
    Diese Designbude lasert nur Kanten um und biegt Blech. Thunderbolde.

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