Die beste Tageszeitungs-Website

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about 2 minutes.

Mit dem Launch von derwesten.de Ende der Nuller Jahre begann meine Reise durch die Verlagslandschaft. Ambitioniert war derwesten.de gestartet und konnte einige gute Leute verpflichten. Doch so hell gestrahlt wie geplant hat der Stern nicht und der Rest ist Geschichte. Jahre und Verlage später muss man einfach sagen: es gibt kein richtiges „Role-Model“ für einen großen deutschen Zeitungsverlag. Hier und da Erfolge vielleicht. Aber eine Lösung für qualitativ hochwertigen *und* bezahlten Tageszeitungsjournalismus?

Und das war mein Empfinden und ich habe nicht mehr richtig hingeschaut. Im Zuge der Griechenlandkrise habe ich wieder vermehrt im Netz gelesen und bin immer wieder auf SZ.de gestoßen.  Menschen meiner Timeline haben Artikel geteilt und ich habe sie verfolgt. Mir gefielen Headlines und dann die Inhalte. Teilweise sprach sz.de eine andere Sprache, als die, die mir sonst unterkam. Stück für Stück wurde ich an die Inhalte aus der Zeitung heran geführt. Unmerklich. Unaufdringlich. Ich habe das kostenlose 14-Tage Digital-Abo abgeschlossen, weil ich einen Artikel lesen wollte. Dann bemerkte ich die Aufteilung: sz.de, Zeitung, Magazin. Und schon stöberte ich im klaren und aufgeräumten, für den Browser optimal layouteten Magazin. Ich habe mich gefreut gute Artikel zu lesen, spannende Geschichten aus *der Zeitung*. Dieser Begriff ist wichtig für den Erfolg bei mir, denn er sagt etwas über die Herkunft. Genauso wie das Magazin.

Das sz.de scheinbar den gleichen Anspruch an Qualität hegt wie die Zeitung hat diese „Reise des Konsumenten“ (meine Reise) erst möglich gemacht. Ich war nie ein regelmäßiger Leser der Süddeutschen, sondern eher von ZEIT, Spiegel und Freitag. Doch die Artikel der Online-Redaktion haben meine Aufmerksamkeit erregt im Meer der Berichte zu Griechenland. DAS war der Anfang dieser neuen Liebe. Der Inhalt.

Stück für Stück und nebeneinander stehend habe ich dann wie selbstverständlich akzeptiert, das manche Artikel Geld kosten. Es ist alles ganz einfach: ein Online-Portal (kostenlos), eine Tageszeitung und eine wöchentliches Magazin (kostet). Die Navigation – einfach. Das Layout – passt zusammen, einheitlich, einfach und aus dem Gedanken für digitales Lesen geboren.

Es gibt sehr viele Details zu entdecken, die gut durchdacht sind und helfen sich zurecht zu finden. Online Artikel haben eine Zusammenfassung oben. Scrollt man ganz runter geht es wieder zur Startseite. In der Zeitung blättert man kann aber auch einfach über Inhalte links navigieren. Das Magazin nutzt viel (Weiß-)Raum und unterscheidet sich wohltuend als Einzelspalte von den anderen beiden Darreichungsformen.

So steht die Süddeutsche für mich (auf einmal) als das Role-Model für die Zeitungsverlage. Sie ist digital das einfachste, klarste und kompletteste Angebot, das eine Tageszeitung im Netz machen kann. Keine Konflikt zwischen Online und Print, sondern: wohin man sieht guter Inhalt.

Gerne hätte ich noch einen Lokalteil aus dem Norden dazu.

 

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