Ein paar Zeilen zum iPad

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about 2 minutes.

Es ist schön. Es löst Erstaunen aus. Es ist schwerer als erwartet. Es hat ein unglaubliches Display. Es fühlt sich gut an.

Ein amerikanischer Import, fachgerecht verzollt und etwas zu spät angekommen, ist in Deutschland zunächst mal eine Plage. Man kann nur die Apps kaufen, die im deutschen Store schon iPad fertig sind.

War das iPhone ein Schritt zum mobilen Web, ist das iPad eindeutig die Plattform für Apps geworden. Eine kleine, mobile HTML-Version einer Website unter Beachtung der Webkit Vorgaben von Apple hat es beim iPhone noch getan. Die Möglichkeiten von bis zu 11 simultanen Touches auf einem riesigen Display werden sich jedoch wahrscheinlich nur mit einer App heben lassen.

Man will spontan kaufen. Ob 0,79$ oder 9,99$. Die Apps sind verführerisch, denn sie hauchen dem Ganzen Leben ein. Natürlich kann man im Web browsen, vorzüglich sogar. Aber wer einmal die Straßen von Google Street View auf dem iPad gestreichelt hat, will diese App nicht mehr missen. Man verreist einfach vom Sofa aus in die Welt, ohne Anstrengung.

Smule hat ein Piano gebaut, nach dem Prinzip der überaus erfolgreichen Ocarina App. Und es ist schon verblüffend was das freie nicht an das Raster der Tastatur gebunden, simultane “touchen” für Freue macht. Das iPad hat wahrscheinlich als wirklich erstes Gerät eine natürliche Benutzerschnittstelle. Wir werden Knöpfe und Tasten brauchen an den Stellen wo Ergebnisse erzielt werden, wie in Pages (Texte) oder beim E-Mail schreiben. Doch die Möglichkeiten für künstlerische, überflüssige und zeitraubende Unterhaltung, die ein Multi-Touchscreen ermöglicht sind bahnbrechend.

Standards funktionieren perfekt. Wer MobileMe hat, ist nach ein paar Minuten synchronisiert und kann mit Bookmarks, Terminen, Adressen, E-Mail Konten etc. loslegen.

Mindmaps bekommen eine neue Bedeutung. Man legt das iPad zwischen sich und die anderen Meetingteilnehmer und dokumentiert in Mindmaps die Struktur. Jeder sieht es, kann es beeinflussen indem er einfach drauf drückt. Nach dem Meeting gibt es eine Mail mit PNG, nativem Format oder mit einem Klick die Möglichkeit, die Map über das interne LAN zu teilen.

Braucht man mehr für die Arbeit?

Ja. Solange es nur rudimentäre Funktionen in iWork, keine Schriften und keine richtige Dateiablage gibt, wird der professionelle Büroarbeiter sein MacBook behalten.

Aber es ist vor allem perfekt zuhause. Es ist quasi barrierefrei. Einfach an. Jeder kann mal eben schnell was nachsehen. Man sitzt auf dem Sofa und es stört nicht.

Vielleicht sollte es nicht mehr Funktionen haben, damit dieser Effekt so bleibt.

Filme gucken, Musik hören, entspannen!

Oder eben einen kleinen Text verfassen.

Doch es ist auch ein wenig dekadent. Es in einem Café auszupacken kostet Überwindung. Die Leute gucken. Man ist ein Pimp, auch wenn man doch nur was schreiben will.

 

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