Too much information oder wie man durch den Info Dschungel kommt

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about 2 minutes.

Kürzlich wurde ich auf einem Podium gefragt, wie man der Informationsflut Herr werden kann. Darauf wollte ich was Schlaues sagen und habe gemutmaßt, dass die nächste wirklich große Firma (nach Google und Facebook) sicherlich eine sei, die das Problem “too much information” mit schlauen Filtern oder ähnlichem löst. Manchmal denke ich auch, es ist eine neue Form von Journalismus, einer, der die Zeichen der Zeit erkennt und sich mehr auf die Bedürfnisse der Einordnung von Informationen, denn dem Umschreiben von allgemein verfügbaren Meldungen widmet. Ich weiß, es gibt ein paar gute Ansätze bei zeit.de, für manche sogar bei spiegel.de oder sogar bei bild.de. Ich hingegen finde, dass dort die Blogs, die kleinen Quellen und Twitter als mein Linklieferant Nummer eins zu wenig Beachtung finden. Und mein persönliches Bedürfnis kaum eine Rolle spielt.

Daher muss ich mir in der Zwischenzeit helfen und habe in einer Art kontinuierlichem Selbstversuch alle zur Verfügung stehenden Tools ausprobiert. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht:

Wie bei meinen E-Mails wollte ich alle Informationen in einem Tools zusammenfassen und dort nach Relevanz oder Aktualität aufgelistet sehen. Ich wollte dieses Tool bei der Arbeit, zu Hause oder unterwegs nutzen und den Gelesenstatus synchronisiert wissen, um nicht alles mehrfach ansehen zu müssen. Außerdem suchte ich nach einem Tool, das es mir erlaubt Inhalte zu “mögen”, sie zu empfehlen oder sogar zu kommentieren – und zwar auch unterwegs.

Nachdem ich verschiedene RSS Reader auf den entsprechenden Rechnern und dem iPhone installiert hatte, wurde es kompliziert mit der Synchronisierung, da immer wieder technische Probleme auftraten.

Meine Lösung ist nun: Google’s Reader. Zwar ist das Tool unsexy und etwas schwierig zu durchschauen, hat man sich jedoch einmal durch gekämpft, kann man alle o.g. Features finden und auch im täglichen Betrieb nutzen. Die RSS Feeds aus den verschiedensten Quellen werden nach einem Google-eigenen Relevanz Faktor sortiert angezeigt und können in Listenform oder mit den Details durchgescrollt werden. Beim “drüberscrollen” setzt der Reader den Artikel automatisch auf gelesen. Die mobile Web-Version von Google ist schon richtig gut, wer jedoch 2,39 € investiert, kann mit der App “Reeder” die ultimative Unterwegslösung erwerben. Inklusive der Verbindung zur genialen Website “Readit Later”, die alles, was man so aufsammelt über den Tag automatisch als reine Textdatei (ohne Werbung oder Navigation) aufbereitet und damit ein fokussiertes Lesen unterstützt.

Den wichtigsten Twitter-Freunden folge ich ebenso auf diese Weise, wie den großen journalistischen Quellen, die heute fast alle vorbildliche RSS Feeds anbieten. Surfe ich im Web und will Kollegen auf eine Website hinweisen oder sie mir selbst merken, kann mit einem Bookmarklet die URL inkl. Kommentar empfehlen. Desweiteren habe ich alle Newsletter abbestellt und lese diese Informationen – falls möglich – im Reader.

Ähnliche Artikel aus verschiedenen Quellen werden nicht wie bei Google News rausgefiltert, was leider zu Überschneidungen führt. Doch die Tatsache, dass Google über diese Technik verfügt, macht mir Hoffnung.

Eine Herausforderung bleibt, und zwar die Auswahl der Quellen. Schnell abonniert zu viel Interessantes mit dem Erfolg, dass man morgens auf viele Hundert neue Einträge starrt. Um das Problem zu lösen, muss man regelmäßig aufräumen, denn auch beim Google Reader sollte die GTD Regel gelten: Empty Inbox evening!

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