Obamas Wahlkampf und das Web 2.0
by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about 2 minutes.
Jetzt hat der Fotograf des "president-elected" die Bilder des Wahlabends auf Flickr geladen. Die Bilder zeigen den Wahlkämpfer mit seiner Familie und Helfern. Sehr persönliche Fotos, die nicht gestellt wirken. Ebenso hat er chance.gov gelauncht – eine große Mitmachseite, eine Plattform für Politik und Dialog.
Während man auf den Konferenzen dieses Herbstes bei fast allen Vortragenden ein Chart zum Thema "Web 2.0 und Obama" bewundern kann, zeigt sich, dass mit dem Einzug Obamas ins Weiße Haus auch das Internet einen anderen Level erreicht hat. Seit dem 4.11 ist es endgültig ein Massenmedium, auch wenn es vorher schon von den Massen genutzt wurde. Viele haben es genutzt, weil es alle tun, haben sich auf den Portalen wie t-online verloren und waren einfach nur dabei statt mittendrin. Einige wenige – vor allem in Deutschland – bloggen und noch weniger Privatpersonen nutzen die ganzen Möglichkeiten der neuen Kommunikation.
Auch wenn es schon vor diesem Wahlkampf Erfolge gab und Parteien wie die SPD mit Hilfe internet-berühmter Werbetexter eine Commmunity wagen – es fühlt sich alles eher passiv an. Und das liegt nicht nur daran, dass die Website von Obama gut gestaltet ist. Es ist nicht nur auf der rationalen Ebene etwas Neues, was seine Leute entwickelt haben, sondern es ist die klare Art, wie er zum Beispiel seine fünf Hauptthemen auf change.gov präsentiert:
Was klar wird ist, dass man in Zukunft nicht mehr ohne das Netz kann. Ohne die Mobilisierungkraft, Kommunikationskraft und den Dialog, den es ermöglicht. Wann werden wir in Europa das Gefühl haben so eng mit der politischen Klasse verbunden zu sein? Die Kampagne von Obama zeigt, dass man die Kanäle sinnvoll nutzen kann für ein Produkt, dass bis vor kurzem gerade in den USA unverkäuflich schien: Politik.
Doch wo Kommunikation offen ist, mitmachen bewirken und den Dialog in den Vordergrund stellen will, muss eine zentrale Idee oder Emotion da sein. Es braucht einen Inhalt, damit das Internet funktioniert. Als Selbstzweck ist es ungeeignet, weil dieser sofort entlarvt wird. Einfach mal eine Community machen und sich austauschen ist nicht; gibt es schon. Um eine wirklich innovative Idee zu verbreiten, kann man die Offenheit nutzen. Wenn man nichts zu sagen hat, bleibt man besser bei Funk- und Fernsehen.

No comments on ‘Obamas Wahlkampf und das Web 2.0’
Leave a Reply