Finanzkrisen vs. echte Wertschöpfung

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: almost 2 minutes.

Lies man dieser Tage die Magazine und Tageszeitungen, sieht man fern oder hört Radio kommt man an der Finanzkrise nicht vorbei. Obwohl von “Panik”, “historischen Verlusten” und einer unglaublichen Pleitewelle die Rede ist, habe ich das Gefühl, das mich das alles nichts angeht.

Anfang dieses Jahrzehnts galt es als ausgesprochen dumm, keine Aktien zu haben. Ich gebe zu ich hatte auch ein paar, die ich schließlich Mitte 2000 verkaufte – eher aus der naiven Denkweise heraus: “Alles Teufelzeug, keine Wertschöpfung, riesige Gewinne, das kann nicht gutgehen”.

Und siehe da, alles brach am Neuen Markt zusammen, Peter Kabel flüchtete spektakulär mit dem Geld der kleinen Leute und bis heute hört man darüber haarsträubende Geschichten. Damit hatte es sich für mich. Sicher – manchmal war ich schon neidisch auf Freunde, die zur rechten Zeit Apple Aktien kauften und theoretisch das dreifach einfahren konnten. Außerdem stellte ich mir abends bei einem Glas Rotwein immer wieder vor, wie es wohl gewesen wäre, Google Aktien zum Ausgabekurs in großer Menge gekauft zu haben.

Jetzt lese ich verunsichert von so riesigen Zahlen, die gerade “verloren” gehen oder die man braucht, um die ganze Sache am Leben zu halten, das ich mich Frage, ob nicht mal jetzt jemand was merkt und das ganze System von Grund auf neu konzipiert.

Wenn das Pferd auf dem Du reitest tot ist, dann steig ab, sagt ein schlauer Mensch. Ich weiß, es gibt kaum Organisationen (Staaten?), die das ganze System noch durch schauen geschweige kontrollieren. Aber wenn sich, wie Helmut Schmidt in der letzen Zeit fordert, einfach mal ein paar Leute mit Macht und Ideen zusammen setzen und eine Konzept ersinnen würden – dann gäbe es etwas FÜR oder GEGEN das man sein kann.

Ich hoffe natürlich, dass diese virtuellen Institutionen nicht zu stark auf die reale Wirtschaft abfärben, die in den letzten Jahren nun wirklich eine erhebliche Modernisierung erfahren hat und eigentlich ganz gut aufgestellt ist. Ich weiß natürlich, dass Hochfinanz und Niedriglohn, Kredite und Wachstum und so weiter miteinander verbunden sind. Ich weiß, dass das eine nicht mehr ohne das andere kann – aber vielleicht liegt darin auch die Chance: Warum versuchen wir nicht, die echte Arbeit, die echte Wertschöpfung von der Spekulation weitestgehend zu trennen. Dafür gibt es gerade sicherlich politische Mehrheiten.

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