Auf dem Barcamp zum Thema Identität (im Netz, nicht die Frage nach dem Sinn des Lebens) letztes Wochenende wurde eine Sache immer wieder besprochen: Brauchen wir eine bottom-up Lösung, um auf der einen Seite so was wie eine zentrale user-generated-content Datenhaltung zu ermöglichen oder lassen wir das einfach Facebook, Google oder sonst jemanden übernehmen? Muss man OpenID aufbohren und darüber auch die Freundeslisten (früher war das ein Adressbuch) und anderen Daten zu pflegen? Wie viel weiß ein Dienst über einen User, wenn er dort nicht nur ein Social Network, sondern alle organisiert? Und soll der das?
Ich glaube, wie schon vorher geschrieben, dass solche Features nur für Poweruser wichtig sind und kaum für "normale" Menschen, die in StudiVZ, MySpace und Facebook unterwegs sind. Natürlich hätte ich gerne mehr als meinen Passwort-Manager, um die ganzen Konten, die ich auf den verschiedenen Plattform in den letzten Jahren angesammelt habe auch mit Content zu füllen. Gerne würde ich an einer Stelle ein Bild uploaden, um es dann in die verschiedenen Systeme zu pushen. Aber im Ernst, das ist doch eher eine Art Web 2.0 Krankheit, denn ein wirklicher Massenbedarf.
Viel spannender fand ich die Idee, daß User ihren Inhalten eine Lizenz geben, in der entweder nur rechtlich oder auch technisch geregelt wird, wie eine Social-Network-Plattform damit umzugehen hat: zum Beispiel könnte man auf StudiVZ per Default die Lizenz so konfigurieren, dass die ganzen Partyfotos ein Haltbarkeitsdatum von 12 Monaten haben und dann restlos gelöscht werden (müssen). Oder man stellt einen Blogbeitrag auf MySpace unter eine Creativ Common Lizenz etc.
Schon klar, es geht um die Zukunft und viele Dinge müssen passieren, damit das klappt.
Technisch gesehen würde ein User-Generated-Content Format (.UGC) total viel Sinn machen. Wie bei MP3 Dateien, könnten Metadaten abgespeichert und so die jeweiligen Lizenzen und Rechte hinterlegt werden. Natürlich will sich ein "normaler" User um all das nicht kümmern und würde darauf vertrauen müssen, dass die Default Einstellungen schon in seinem Sinne sind.
Identität war bis hier her auch schon ein durchaus kompliziertes Unterfangen, doch mit dem sich ausbreitenden Social Networks wird es um mehrere Dimensionen schwieriger. Mal sehen was da noch geht.
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