Superdigitale Superberliner Superbohemienz

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: almost 2 minutes.

Die Süddeutsche nennt sie “Superberliner”, sie nennen es Arbeit und ich muss sagen, ich weiß nicht, wie ich das alles finden soll:

Zunächst mal: die Organisation der Veranstaltung war gut. Das ist nicht üblich bei Neulingen auf diesem Gebiet. Im fantatsischen Radialsystem lief alles reibungslos. Und das obwohl man 24h live war. Also, Respekt, das muss man erst mal hin bekommen.

Die Qualität der Vorträge spannte sich von grauenhaftem, naivem Mist (Topcheckerbunny) über gute Unterhaltung (Passig/Lobo) bis hin zu ernst zu nehmenden Vorträgen (Impulsreferat der beiden Damen zum Thema Arbeit bei den CheckerBunnies).

Unklar blieb für mich bis zum Schluss: der rote Faden. Ging es eher um Arbeit und Arbeitsmodell oder um die Szene? Sollten sich alle einfach wohl fühlen? Was ist die Message? Crossover ist als roter Faden zu wenig – zumindest für mich. Die Musik war gut (genau das schreiben alle anderen auch). Was soll ich mitnehmen, außer das man mit Blogs Geld verdienen kann (we-make-money-not-art.com), wenn man irgendwie Glück hat und auch wieder nicht so richtig, weil man das Geld mit den Vorträgen verdient.

Warum meine sehr großen Erwartungen an das Festival aber enttäuscht wurden liegt auch daran, dass es zumindest für Leute, die nicht im Digitalen-Boheme-Berlin wohnen und in klassischen Modellen arbeiten nicht wirklich viel zu finden war. Und das die St. Oberholz Fraktion auch nicht wirklich über sich und den Tellerrand hinausblicken will. Die Aktion “Frag mich, ich bin die Zielgruppe” wurde eher moderat aufgenommen, was insofern verwundlich ist, da doch die Selbstreferenziertheit ein bekanntes Web 1.0 Problem war und man diese Fehler nicht wieder machen sollte. Die Fragen die den “normalen Menschen” gestellt wurden waren banal.

Eine Erkenntnis ist: Kreativität kommt nicht dadurch, dass ich auch einen Mac habe und auch Bionade trinke. Kreativität ist entweder Glück haben und einfach gut sein oder richtig harte Arbeit.

Es treffen sich Kreative aus allen möglichen Bereichen und hängen zusammen rum, das hört sich, wie mein Kollege jüngst sagte, nach einem Digitalen Woodstock an, etwas, bei dem man dabei gewesen sein muss, um es zu verstehen. Vielleicht lässt sich darauf aufbauen: man hängt einfach für ein bis zwei Tage nicht im Café oder Büro, sondern an solch tollen Orten zusammen rum. Hört Musik und trinkt Bionader…

One comment on ‘Superdigitale Superberliner Superbohemienz’

  1. Peter sagt:

    Ein Kommentar der mir gefällt…

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