"Wir nennen es Arbeit"

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about a minute.

Titelbild Unten Das Buch ist vermutlich schon allen bekannt nur mir nicht: “Wir nennen es Arbeit” von Holm Friebe und Sascha Lobo zeigt auf unterhaltsame Weise auf, wie sich in den letzten Jahren das Erwerbsleben verändert hat – zumindest für einige. Das Buch ist gespickt mit Zitaten aus allerlei wissenschaftlichen und journalistischen Quellen und macht einen gut recherchierten Eindruck. Das Wort “Digitale Boheme” findet mittlerweile auch Einzug in Meetings der Ökonomie der Festangestellten, wie ich vor ein paar Tage bemerken durfte. Es ist der Versuch einen Begriff zu prägen, der lobenswert und zugleich etwas hölzern ist: Der Begriff ist uncool bevor er überhaupt richtig auf dem Markt ist. Alle, die sich zu der digitalen Boheme zugehörig fühlen, werden nun sicherlich nicht auf die nächste Frage nach Beruf und Berufung antworten: “Du, ich bin so ein digital Bohem!” Na gut, das ist nur ein Wort.

Das Buch selbst spannt die Fragestellung nach Festanstellung und Freiberuf über eine kurze geschichtliche Einführung auf und gibt interessante Beispiele und Hintergründe. Klar, die Autoren sehen sich selbst als Vorreiter dieser neuen Spezies und dadurch geraten so gut wie alle Angestelltenverhältnisse ein wenig in Misskredit. Man hat latent das Gefühl, dass man als Mitarbeiter in einem Unternehmen ein wenig kleinkariert daher kommt und die coolen Jungs alle Freelancer sind und davon auch noch ihre Familien ernähren können.

“Diese Buch ist hypermodern, jeder sollte es lesen” steht auf der Rückseite und man kann es auch wirklich empfehlen. Denn auch wenn die Autoren sich einige Begründung für ihre These arg zurechtbiegen und auf wesentliche Probleme, die mit der Festanstellung gelöst werden nicht eingehen, hat das Buch einen enormen Charme: es definiert das Leben als eins und trennt nicht zwischen Arbeits-, Privatleben und ggf. noch einem Hobby. Es stellt Bedeutung an den Anfang der Überlegung, was man tut.

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